
Eine Gruppe von Algen-Fans haben ein Algorama im Alten Wasserwerk Kalthofe aufgebaut. Bei einer Verköstigung wird dem Publikum die wässrig-glibberige Welt der Mikro- und Makroalgen nahegebracht. Es gibt Smoothies, Algensalat, Cracker und es wird die heilende Wirkung einiger Algen für trockene Haut erprobt.
Bei der anschließenden Präsentation der Algenernte des Jahres fällt allerdings etwas auf: Von einigen Algen gibt es erstaunlich wenige, von anderen wiederum besorgniserregend viele. Nachdem die Verantwortung hin- und hergeschoben wird einigt man sich, dass die Algenkönigin des Jahres abdanken muss. Trotzdem bleibt das ungute Gefühl, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist…
In einem Rückblick wird dann die Geschichte der Algenforscherin Nori Nemo erzählt: Sie ist von der Menschheit enttäuscht und hat sich deshalb an den Point Nemo zurückgezogen. Dies ist jener Ort im Pazifischen Ozean, der am weitesten von jeder Landmasse entfernt liegt und an dem es nichts als Wasser und Weltraumschrott gibt, der hier kontrolliert zum Absturz gebracht wird. Point Nemo wird als Miniaturwelt auf einer künstlichen Insel in der Mitte eines Sees dargestellt, die mit dem Fernglas erkundet werden kann, während über Kopfhörer die Geschichte von Nemo und einem schiffbrüchigen Astronauten erzählt wird. Man fragt sich: Hat die Forscherin tatsächlich die Super-Alge entdeckt? Könnte mit ihrem Wissen das Gleichgewicht in den Meeren wiederhergestellt werden? Und gibt es jemanden, der sie dazu bringen kann, ihre Erkenntnisse mit der Menschheit zu teilen?
In SEESTÜCK spielt Traummaschine Inc. mit dem Großen und Kleinen: in Miniaturen und Vergrößerungen wiederholen sich Elemente der Geschichte. Die Welt wird aus Sicht des Meeres und seiner Flora und Fauna gesehen. Indem wir in die Mikro und die Makrowelt „eintauchen“ wird die Rolle des Menschen als Teil der Natur und damit als Teil eines ökologischen Systems gegenseitiger Abhängigkeiten klar. Dabei stellt sich die Frage nach der Verantwortung der Gesellschaft für dieses fragile Gefüge.
Die Fluidität von Wasser gibt dabei die Struktur für die Erzählung vor, in der die Grenzen von Gut, Böse, ich, du, Pflanze, Mensch, Tier, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verschwimmen.
Konzept + Umsetzung: Traummaschine Inc / mit: Pascal Fuhlbrügge, Judith Huber, Jochen Klüßendorf, Charlotte Pfeifer, Christoph Theussl & Eidglas Xavier / Bühne: Markus Lohmann / Kostüme: Katrin Rieber / Öffentlichkeitsarbeit: Bettina Ehrenberg / Produktionsleitung: Rat & Tat Kulturbüro / Assistenz: Lotta Bohde / Musik: Pascal Fuhlbrügge / Graphik: Raoul Doré / In Kooperation mit dem Fundus Theater – Forschungstheater Hamburg und der Wasserkunst Kaltehofe / gefördert von der Kulturbehörde Hamburg und der Hamburgischen Kulturstiftung






